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Schnüffeltiere im Einsatz gegen Seuchenerreger

Afrikanische Megametropolen: Latenter Nährboden für lebensbedrohliche Epidemien

Die Urbanisierung macht auch vor dem afrikanischen Kontinent nicht halt. Das Ergebnis sind Megacities, also Ballungsräume mit sehr hoher Bevölkerungskonzentration. Unglaubliche 72 Prozent der afrikanischen Stadtbevölkerung, etwa 300 Millionen Menschen, leben in den Elendsvierteln dieser Metropolen.

Dort herrschen katastrophale hygienische Bedingungen. Die Gesundheitsrisiken in Form von gefährlichen Seuchen wie Ebola, Cholera und Tuberkulose sind enorm. Genau hier setzt unser Hilfsprojekt an.

Erforschung des olfaktorischen Fingerabdrucks

Manche Krankheitserreger verströmen einen ganz charakteristischen Geruch, den Menschen nur in hoher Konzentration, ausgebildete Tiere jedoch gut wahrnehmen können.

Im Rahmen unseres Hilfsprojektes geht es nun darum, den "Duftcode" von Krankheitserregern zu entschlüsseln und Schnüffeltiere für Kriseneinsätze in Seuchengebieten auszubilden.

Hunde und Ratten verfügen über einen exzellenten Geruchssinn
Hunde und Ratten verfügen über einen exzellenten Geruchssinn | © Tierärzte ohne Grenzen/Alexandra Pelz

Ausbildung von Hunden und Ratten zu Lebensrettern

Mit Hilfe speziell ausgebildeter Hunde und Ratten wollen wir Krankheitserreger, wie Cholera und Tuberkulose, in afrikanischen Ballungsräumen aufspüren. So lässt sich einerseits die Seuchengefahr eindämmen und andererseits die Sicherheit von Lebensmitteln und Trinkwasser gewährleisten.

Hunde und Ratten können lernen, den Duftcode von Krankheitserregern verlässlich zu identifizieren und so Menschenleben zu retten. Grund dafür ist ihr exzellenter Geruchssinn. Sie sind darüber hinaus hochintelligente, soziale, verspielte Tiere.

Die Tiere lernen auf spielerische Weise, den Duftcode von Krankheitserregern zu identifizieren
Die Tiere lernen auf spielerische Weise, den Duftcode von Krankheitserregern zu identifizieren | © Tierärzte ohne Grenzen/Alexandra Pelz

Unser Ausbildungsprogramm

Das Klicker-Training ist eine hocheffiziente operante Konditionierungsmethode. Die Schnüffeltiere lernen, dass das Klickgeräusch „Futter“ bedeutet.

Im ersten Schritt erhalten sie die Belohnung nur, wenn sie sich der positiven Probe zuwenden.

Als nächstes gilt es, aus drei Proben die positive zu identifizieren
Als nächstes gilt es, aus drei Proben die positive zu identifizieren | © Tierärzte ohne Grenzen/Alexandra Pelz

Krankheitserreger, wie Mykobakterium tuberculosis, verströmen einen ganz charakteristischen Geruch. Spürhund oder Ratte haben im nächsten Schritt die Wahl zwischen drei verschiedenen Duftstoffen.

Nur wenn das Tier an dem gewünschten TBC-Duftstoff innehält, gibt es das Klicken und die Futterbelohnung. Die Schnüffeltiere lernen so, dass das die richtige Antwort war.

Die nächste Herausforderung für die Tiere ist es, unter vielen Möglichkeiten die positiven Proben verlässlich zu erkennen
Die nächste Herausforderung für die Tiere ist es, unter vielen Möglichkeiten die positiven Proben verlässlich zu erkennen | © Tierärzte ohne Grenzen/Alexandra Pelz

Nun geht es einen Schritt weiter. Auf die Spürhunde und Ratten warten im nächsten Ausbildungsmodul bereits zehn Proben. In dieser Trainingsphase lernen sie also, eine große Anzahl an Proben zu untersuchen und den Krankheitserreger zu detektieren.

Erst nachdem sie eine strenge Prüfung erfolgreich absolviert haben, werden die Schnüffeltiere auch im Feld eingesetzt
Erst nachdem sie eine strenge Prüfung erfolgreich absolviert haben, werden die Schnüffeltiere auch im Feld eingesetzt | © Tierärzte ohne Grenzen/Alexandra Pelz

Die Seuchen-Spürhunde und Ratten müssen eine strenge interne Akkreditierungsprüfung absolvieren,
bevor sie im Feld eingesetzt werden. Es handelt sich dabei um einen Doppeltblindversuch, und um zu bestehen, muss jede positive Probe identifiziert werden.

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